Schrauben messen: Durchmesser, Gewindesteigung und Länge

Erfahre, wie du eine metrische Schraube richtig misst. Prüfe Durchmesser, Gewindesteigung, Länge und Kopfform anhand praktischer Beispiele.


Von TiHex
3 Min. Lesezeit


Richtiges Ausmessen verhindert einen häufigen Bestellfehler: Eine Schraube sieht zunächst passend aus, hat aber den falschen Durchmesser, die falsche Gewindesteigung oder Länge. Mit einem Messschieber und möglichst einer Gewindelehre lassen sich die meisten metrischen Schrauben schnell bestimmen.

Die Größenangabe einer metrischen Schraube

Eine Angabe wie M6 × 1.0 × 20 besteht aus drei Teilen:

  • M6: Nenndurchmesser des Außengewindes, ungefähr 6 mm.
  • 1.0: Gewindesteigung, also 1,0 mm zwischen benachbarten Gewindespitzen.
  • 20: Schraubenlänge in Millimetern.

Nicht jeder Shop nennt die Regelgewindesteigung im Produktnamen. Eine M6-Schraube kann daher auch als M6 × 20 bezeichnet werden, wenn die Steigung aus den technischen Daten hervorgeht.

Schritt 1: Durchmesser messen

Miss mit einem Messschieber den Außendurchmesser über die Gewindespitzen, nicht den Schraubenkopf.

Eine M6-Schraube misst in der Praxis meist etwas weniger als genau 6,00 mm. Fertigungstoleranzen können dazu führen, dass der gemessene Außendurchmesser kleiner als der Nenndurchmesser ist.

NenngrößeErkennung
M5ungefähr 5 mm Außendurchmesser
M6ungefähr 6 mm Außendurchmesser
M8ungefähr 8 mm Außendurchmesser
M10ungefähr 10 mm Außendurchmesser
M12ungefähr 12 mm Außendurchmesser

Schritt 2: Gewindesteigung bestimmen

Bei metrischen Gewinden ist die Steigung der Abstand zwischen benachbarten Gewindespitzen in Millimetern. M8 × 1.25 hat somit eine Steigung von 1,25 mm.

Am einfachsten ist eine Gewindelehre. Ohne diese kannst du mit einem Messschieber eine Strecke über zehn Steigungen messen und durch zehn teilen. Das verringert den Messfehler gegenüber der Messung einer einzelnen Steigung.

Beispiel

Beträgt die Strecke über zehn Steigungen ungefähr 12,5 mm, ist die Gewindesteigung ungefähr 1,25 mm.

Schritt 3: Länge messen

Bei den meisten Schrauben, deren Kopf über dem Material sitzt, misst du von der Kopfunterseite bis zum Schraubenende.

Ein Senkkopf liegt im Material. Bei vielen Senkschrauben wird deshalb die Gesamtlänge von der Kopfoberseite bis zur Spitze gemessen.

Schritt 4: Kopfform und Antrieb prüfen

Gleiche Gewindegröße und Länge machen zwei Schrauben nicht automatisch austauschbar. Prüfe außerdem:

  • Kopfdurchmesser;
  • Kopfhöhe;
  • Innensechskant, Torx oder anderen Antrieb;
  • Flansch unter dem Kopf;
  • Senkkopf oder nicht versenkte Ausführung;
  • Voll- oder Teilgewinde;
  • eventuelle Schulter oder Passdurchmesser.

Eine DIN-912-Innensechskantschraube und eine Low-Profile-Schraube können beide ein M6-Gewinde haben, sich aber deutlich in Kopfhöhe und Auflagefläche unterscheiden.

Schritt 5: Mit der Originalschraube vergleichen

Für Automotive-Anwendungen empfehlen wir, Original- und Ersatzschraube nebeneinanderzulegen und mehrere Maße zu vergleichen. Prüfe nicht nur die Gesamtlänge, sondern auch, wie viel Gewinde tatsächlich im Bauteil greift.

Eine zu lange Schraube kann im Sackloch aufsetzen, bevor die Verbindung klemmt. Eine zu kurze Schraube kann zu wenig Gewindeeingriff haben.

Hilfreiche Werkzeuge

  • digitaler Messschieber;
  • metrische Gewindelehre;
  • gute Beleuchtung;
  • Originalschraube als Referenz;
  • OEM-Teileinformationen oder Werkstatthandbuch für kritische Verbindungen.

Häufige Messfehler

Den Kopf statt des Gewindes messen

Schlüsselweite oder Kopfdurchmesser sagen nichts über die nominale Gewindegröße aus. Miss immer den Außendurchmesser des Gewindes.

Nur „M8“ prüfen

M8 gibt nur den Nenndurchmesser an. Unterschiedliche Steigungen sind möglich. Eine falsche Steigung kann das Innengewinde beschädigen.

Eine Senkschraube falsch messen

Bei Senkköpfen zählt der Kopf meist zur Länge. Bei vielen anderen Schraubenköpfen nicht.

Eine Schraube mit „ungefähr“ gleicher Länge wählen

Bei manchen unkritischen Befestigungen ist ein kleiner Längenunterschied akzeptabel. Bei Sacklöchern, dünnen Bauteilen und sicherheitskritischen Verbindungen können wenige Millimeter jedoch entscheidend sein.

Fazit

Prüfe bei jeder Schraube mindestens Durchmesser, Gewindesteigung, Länge und Kopfform. Damit vermeidest du die meisten einfachen Größenfehler.

Nutze unseren ausführlichen Größenratgeber für Titan-Schrauben, Muttern und Unterlegscheiben und entdecke anschließend M6 Titan-Schrauben, M8 Titan-Schrauben und M10 Titan-Schrauben.

Achtung: Bei sicherheitskritischen Verbindungen reicht Ausmessen allein nicht aus. Prüfe immer die vorgeschriebene Materialfestigkeit, Geometrie und Montageangaben des Fahrzeug- oder Komponentenherstellers.